Fußball - National

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Zeitzer Lokist
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Re: Fußball - National

Beitrag von Zeitzer Lokist »

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Marco Dorn
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Re: Fußball - National

Beitrag von Marco Dorn »

Eine der schillerndsten Persönlichkeiten der deutschen Fußballgeschichte

https://www.n-tv.de/sport/fussball/rede ... wtab-de-de
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Europapokalfinalist
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Re: Fußball - National

Beitrag von Europapokalfinalist »

Berliner "Fußball-Woche" stellt Erscheinen nach 102 Jahren ein

Stand: 13.10.2025 11:44 Uhr

Die Berliner "Fußball-Woche" wird künftig nicht mehr erscheinen. Das gab der Herausgeber Horst Bläsig in der Montagsausgabe der Zeitschrift vom 13. Oktober bekannt. "Die heutige Ausgabe [...] ist die letzte, die Sie in ihren Händen halten oder auf einem Endgerät lesen können", schrieb er. Damit endet nach 102 Jahren die Geschichte einer publizistischen Institution im Amateurfußball.

Nicht mehr wirtschaftlich

Grund für das Aus des Fachblatts sei "die toxische Mischung aus Einnahmerückgängen, Kostensteigerungen und fehlenden Investitionsmitteln", heißt es in der Mitteilung "In eigener Sache". So habe es "keine andere Wahl" gegeben.

Man habe bis zum Schluss gekämpft, schrieb Bläsig. Demnach scheiterte eine Übernahme durch den Berliner Fußball-Verband (BFV), auch "Sondierungsgespräche mit einem großen Berliner Verlagshaus in Mitte" konnten kurzfristig keine Rettung mehr ermöglichen.

Die "Fußball-Woche" bildete den Berliner Profifußball ab, lebte aber besonders von ihrer Sonderstellung als Stimme aus den niederen und niedrigsten Ligen.
Erste Ausgabe 1923

Die erste Ausgabe der "Fußball-Woche" war 1923 erschienen. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Zeitschrift 1944 zwischenzeitlich eingestellt und 1950 im Westen Berlins wiedergegründet. Im Ostteil der Stadt gab es von 1949 bis 1993 eine Ausgabe der "fuwo".

Bereits mehrfach stand das Fachblatt in den vergangenen Jahrzehnten nach eigenen Angaben vor dem Aus. In der jüngsten Vergangenheit versuchte sich die "Fußball-Woche" zunehmend zu digitalisieren. Wirtschaftliche Besserung brachte das aber nicht. Die Angebote im digitalen Bereich - das e-Paper eingeschlossen - hätten "kaum nennenswerte Erfolge" mit sich gebracht, sondern vielmehr zusätzliche Kosten verursacht, schrieb Bläsig.



https://www.sportschau.de/regional/rbb/ ... n-100.html
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Re: Fußball - National

Beitrag von Europapokalfinalist »

Viktoria Berlin kurz vor der nächsten Insolvenz?

Oberligist droht nach Regionalliga-Abstieg nicht nur sportlich ins Wanken zu geraten - Wegen ausbleibender Spielerzahlungen wurde Strafanzeige gestellt.

Quo vadis, Viktoria?
Der Tabellenletzte der NOFV-Oberliga Nord, FC Viktoria 1889 Berlin, befindet sich im Krisenmodus – und das nicht nur sportlich nach dem frustrierenden 3:10-Debakel bei Tasmania Berlin.
Mehrere Spieler haben nach Angaben ihres Anwalts Klage wegen ausstehender Gehaltszahlungen gegen den Verein eingereicht. Zudem wurde eine Betrugsanzeige gestellt, wie Rechtsanwalt Steffen Golle, der die betroffenen Profis vertritt, gegenüber FuPa Berlin bestätigte.

Neuaufbau unter Teichmann und Kost gerät ins Wanken

Nach dem Abstieg in die Oberliga wollte Viktoria Berlin eigentlich einen Neuanfang wagen. Das zuvor eröffnete Insolvenzverfahren war kurz vor Saisonbeginn eingestellt worden, anschließend kehrte Rocco Teichmann (39) überraschend als Sportlicher Leiter zurück. Gemeinsam mit Trainer Thomas Kost (56) stellte er innerhalb weniger Wochen fast ein komplett neues Team zusammen.

Sportlich blieb der erhoffte Aufschwung jedoch aus: Nach schwachen Auftritten in der Liga und dem Pokal-Aus gegen den Berlin-Ligisten Polar Pinguin rangiert der Traditionsverein derzeit am Tabellenende.

Spieler klagen auf ausstehende Gehälter

Wie Rechtsanwalt Golle mitteilt, vertritt er zehn Spieler, die seit Saisonbeginn kein Gehalt erhalten haben sollen. Teilweise seien sogar noch Zahlungen aus dem Juli offen. Trotz mehrfacher Mahnungen und Fristsetzungen sei bislang kein Geld geflossen.

Nach Angaben des Juristen sollen einige Akteure, die keine rechtlichen Schritte eingeleitet haben, mittlerweile ihr Geld erhalten haben. Die Kläger warteten dagegen weiter. Auch Trainer Thomas Kost soll laut Golle noch auf seine Vergütung warten. Inzwischen wurde die Trennung vom Coach offiziell bestätigt (FuPa Berlin berichtet).

Güteverhandlung ohne Ergebnis

Der erste Gütetermin fand vor Gericht nicht statt, weil beide Anwälte entschieden haben, dass zunächst noch Fragen geklärt werden müssen. Es sind Einzelklagen beim Arbeitsgericht anhängig.

Parallel dazu sei am 22. Oktober eine Strafanzeige wegen des Verdachts des sogenannten Eingehungsbetrugs gestellt worden. Nach Darstellung von Golle lautet der Vorwurf, die Klubführung habe Spieler unter Vertrag genommen, obwohl der Zahlungswillen des Vereins möglicherweise nicht gegeben war. Laut Golle sollte die Staatsanwaltschaft nun über die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens entscheiden

Stellungnahme des Vereins

FuPa Berlin hat den Sportlichen Leiter Rocco Teichmann nach der 3:10-Niederlage bei Tasmania Berlin mit den Vorwürfen konfrontiert. Teichmann erklärte am Telefon, der Schock über das Spiel sei noch zu groß, um sich unmittelbar zu äußern. Zudem wies er darauf hin, dass Rechtsanwalt Golle der Vater eines Viktoria-Spielers sei.

Eine weitergehende Stellungnahme des Vereins zu den laufenden Verfahren und den finanziellen Vorwürfen steht bislang aus

Drohender Spielerstreik

Da die Gehälter über Monate ausblieben, diskutieren einige Spieler laut Golle inzwischen über einen möglichen Streik. Nach § 273 BGB könnten Arbeitnehmer ihre Arbeitsleistung verweigern, wenn sie längere Zeit nicht bezahlt werden. Golle zeigte sich dennoch optimistisch, dass „die Verantwortlichen den Worst Case vermeiden werden“.

Vom Drittliga-Traum zum wirtschaftlichen Absturz

Noch in der Saison 2021/22 spielte Viktoria Berlin in der 3. Liga. Drei Jahre später droht der Absturz in die Berlin-Liga – begleitet von erheblichen wirtschaftlichen Problemen.

Viktoria Berlin steht sportlich wie finanziell vor einer ungewissen Zukunft.



Schon der Hammer. Nur mal so: Viktoria Berlin hat 75 Fußballteams alterklassenübergreifend. Wahnsinn. Und dann kackt die Erste 3:10 ab.

https://www.fupa.net/news/betrugsanzeig ... us-3141637
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Marco Dorn
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Re: Fußball - National

Beitrag von Marco Dorn »

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Re: Fußball - National

Beitrag von Gizeh »

Ergänzend die LVZ dazu mit einem informativen Artikel ...

Proteste von Fußball-Ultras in Leipzig: Insider erwarten mehr als 10.000 Beteiligte

Inzwischen haben mehr als 50 Ultragruppen einen Aufruf verbreitet, am Sonntag nach Leipzig zu fahren. Aufgrund des hohen Organisationsgrades der Szene wird eine rege Teilnahme erwartet. Sachsens Innenminister Schuster begrüßte im Vorfeld die Aufmerksamkeit für die Arbeit der Ministerien.

Leipzig. Zweifellos ist es außergewöhnlich, was am kommenden Sonntag in Leipzig passieren soll: Fußballfans aus ganz Deutschland wollen zusammen über den Innenstadtring laufen und gegen Verbände, Politik und Polizei demonstrieren. Genau genommen ist es jeweils der harte Kern aus den Kurven, die sogenannten Ultras, die seit Tagen sehr massiv für eine gemeinsame Reise in die Messestadt mobilisieren. Über viele Rivalitäten hinweg geht der Aufruf, auch tiefe Abneigung für kurze Zeit außer Acht lassend, um an einem Tag gemeinsam auf die Straße zu gehen.

Was kommt da auf die Stadt Leipzig zu? Bei der Versammlungsbehörde wurde für Sonntag inzwischen eine Demo mit 5000 Menschen angezeigt. Start sei gegen 11.30 Uhr auf dem Richard-Wagner-Platz, danach soll es im Uhrzeigersinn rings um die City wieder bis zum Richard-Wagner-Platz gehen. Realistisch ist aber wohl eher eine fünfstellige Zahl an Teilnehmern – so sind sich viele Insider einig. 10.000, 15.000 oder noch mehr Ultras und andere aktive Fans am Sonntag zusammen auf dem Innenstadtring? Damit muss gerechnet werden.

Fast alle größeren Fankurven in Deutschland haben in den vergangenen Tagen einen Aufruf geteilt, nach Leipzig zu fahren: Dazu gehören die Ultraszenen aus den drei Fußball-Bundesligen, aber auch aus den Spielklassen darunter. Gerade in diesen ist noch so manche ostdeutsche Fankurve zu finden. „Wir haben Rückmeldungen aus 40 bis 50 Szenen erhalten, dass sie dabei sein werden. Aber natürlich lässt sich kaum sagen, wer die Aufrufe darüber hinaus noch alles gesehen hat“, so ein Mitglied des Organisationsteams am Freitag gegenüber der LVZ. „Wir werden am Sonntag sehen, wer gekommen ist und wer fehlt.“

Auch Philipp Beitzel von der Koordinierungsstelle für Fanprojekte (KOS) in Frankfurt hat die vielen Aufrufe in den unterschiedlichen Fußballszenen gesehen. „Ich finde, es ist kommunikativ eine wahnsinnige Leistung, das mit einer Woche Vorlaufzeit so zu organisieren“, sagt er. Die Kurzfristigkeit resultiert dabei aus zwei Faktoren: Erst Ende Oktober wurde auf einer Konferenz der Innenminister über die Situation in Fußballstadien diskutiert – mit möglichen Verschärfungen der Sicherheitsvorgaben. Die Ergebnisse stießen seither schon auf Kritik in den Kurven. Mit dem Länderspiel am Montag in Leipzig ergibt sich nun ein Rahmen, diese Bedenken auch gemeinsam zu äußern.

Doch wie finden Ultraszenen, die sich sonst oft mindestens argwöhnisch gegenüberstehen, überhaupt so zusammen? „Es gibt in Deutschland einen vergleichsweise großen Organisierungsgrad in den Fanszenen – gerade unter den vielen Ultra-Gruppierungen“, erklärt Beitzel. Die Gruppen befänden sich in einem regelmäßigen Austausch bei fanrelevanten Themen. Das passiert oft wohl auch über persönliches Kennen der Capos – der Führungspersonen in den Kurven, die nicht nur bei Gesängen den Ton angeben. „Darüber hinaus gibt es ja auch Strukturen wie Fanhilfen, über die ebenfalls regelmäßig kommuniziert wird“, sagt Beitzel.

Aus der gemeinsamen Kritik an Vorgängen bei Verbänden, in der Politik und bei Sicherheitsbehörden werden dann Erklärungen – auf Spruchbändern während der Spiele in den Kurven, aber auch im Internet. Ganz neu sind gemeinsame Demos, wie sie nun am Sonntag in Leipzig geplant ist, auch nicht. Vor 15 Jahren fand bereits in Berlin eine solche statt, an der sich damals mehrere Tausend Ultras verschiedener Vereine beteiligten. Diesmal wird der Rahmen aber wohl noch größer. „Nun geht es für die Fans um den Kern ihres Sports, der angegriffen wird. Es geht um personalisierte Tickets, um Maßnahmen gegen Pyrotechnik bis zur Reduzierung von Gästekontingenten. Das sind Dinge, die die Fankultur in Deutschland einzigartig machen. Deshalb ist die Bereitschaft, etwas gemeinsam zu machen, sehr hoch“, sagt Beitzel.

Für die Leipziger Polizei wird es so oder so am Sonntag ein anspruchsvoller Tag werden. Wie es vorab hieß, seien zusätzliche Kräfte aus anderen Bundesländern angefordert worden. Die Demo werde entsprechend begleitet, so ein Sprecher. Im Mittelpunkt stehe aber die Ermöglichung des Protests. Mit Blick auf Auseinandersetzungen zwischen rivalisierenden Fangruppen in der Vergangenheit, die nun zusammen in Leipzig erwartet werden, dürfte die Situation zumindest etwas angespannt werden. Dem Vernehmen nach haben einige Ultra-Gruppen ihre Teilnahme aufgrund unüberbrückbarer Differenzen schon abgesagt. An alle anderen erging der gemeinsame Aufruf der Organisatoren, friedlich zu bleiben. „Es wird niemandem etwas helfen, käme es am Sonntag zu Auseinandersetzungen zwischen rivalisierenden Szenen. Es wurde überall auch klar formuliert, dass sich alle Teilnehmer respektvoll verhalten – auch gegenüber der Stadt Leipzig“, sagt Fankultur-Experte Philipp Beitzel.

Inwieweit der Protest letztlich auch von allen Innenministern der Länder wahrgenommen wird, lässt sich noch nicht beurteilen. Sachsens Innenminister Armin Schuster (CDU) begrüßte zumindest schon die Ankündigung: „Ich kann mich über die Aufmerksamkeit für Themen der Innenministerkonferenz doch nur freuen“, so der Unionspolitiker. Fußball und Politik hätten eine neue Qualität der Kommunikation miteinander gefunden, die zu vernünftigen Ergebnissen führen könne. „Das Engagement der Versammlungsteilnehmer für die ganz überwiegende Mehrheit der Fußballbegeisterten, die in Familie oder mit Freunden spannende Spiele und guten Fußball erleben wollen, kann man nur begrüßen“, sagte Schuster weiter und ergänzte noch: „Der Bundesliga-Spielort Leipzig ist dafür gut gewählt, steht er doch beispielhaft für gute und vorbildliche Fankultur.“

Quelle ---> https://www.lvz.de/lokales/leipzig/prot ... 4REJE.html
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Re: Fußball - National

Beitrag von gustav »

Gizeh hat geschrieben: Fr 14. Nov 2025, 18:51
...„Das Engagement der Versammlungsteilnehmer für die ganz überwiegende Mehrheit der Fußballbegeisterten, die in Familie oder mit Freunden spannende Spiele und guten Fußball erleben wollen, kann man nur begrüßen“, sagte Schuster weiter und ergänzte noch: „Der Bundesliga-Spielort Leipzig ist dafür gut gewählt, steht er doch beispielhaft für gute und vorbildliche Fankultur.“

Quelle ---> https://www.lvz.de/lokales/leipzig/prot ... 4REJE.html
Hahaha. Sensationell. Herr S. möchte offenbar gern unterbringen, dass ausgerechnet beim Rasenball die "vorbildliche Fankultur...". Slapstick pur.
Leipzig atmet auf: Der Rasenball wirft hin!
Die Pläne für den neuen Filial-Standort Wladiwostok werden konkret...
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Re: Fußball - National

Beitrag von Gizeh »

gustav hat geschrieben: Fr 14. Nov 2025, 20:24
Gizeh hat geschrieben: Fr 14. Nov 2025, 18:51„Das Engagement der Versammlungsteilnehmer für die ganz überwiegende Mehrheit der Fußballbegeisterten, die in Familie oder mit Freunden spannende Spiele und guten Fußball erleben wollen, kann man nur begrüßen“, sagte Schuster weiter und ergänzte noch: „Der Bundesliga-Spielort Leipzig ist dafür gut gewählt, steht er doch beispielhaft für gute und vorbildliche Fankultur.“

Quelle ---> https://www.lvz.de/lokales/leipzig/prot ... 4REJE.html
Hahaha. Sensationell. Herr S. möchte offenbar gern unterbringen, dass ausgerechnet beim Rasenball die "vorbildliche Fankultur...". Slapstick pur.
Ja, typisch Politiker. Da demonstrieren mehr als 50 Ultra-Gruppierungen gegen die anstehenden Beschlüsse der IMK (übrigens, weil es im Artikel nicht steht, vom 03. bis 05. Dezember in Bremen), und er redet sich das auch noch irgendwie schön :emolol
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Re: Fußball - National

Beitrag von LOK 4 ever »

LVZ:
Live-Blog zur Großdemo

Demo gegen neue Stadionregeln:
Tausende Fußball-Ultras und aktive Fans protestieren in Leipzig :

https://www.lvz.de/lokales/leipzig/leip ... S234Y.html

Webcam Augustusplatz:

https://www.l.de/wir-fuer-leipzig/leipz ... en/webcam/
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Marco Dorn
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Re: Fußball - National

Beitrag von Marco Dorn »

Ich bin mächtig beeindruckt. Die Größenordnung, die Rivalitäten, und trotzdem alles friedlich im Sinne der gemeinsamen Sache. Ein ganz, ganz starkes Signal.
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gustav
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Re: Fußball - National

Beitrag von gustav »

Marco Dorn hat geschrieben: So 16. Nov 2025, 18:52 Ich bin mächtig beeindruckt. Die Größenordnung, die Rivalitäten, und trotzdem alles friedlich im Sinne der gemeinsamen Sache. Ein ganz, ganz starkes Signal.
Du hast absolut recht. Das war wirklich eine beeindruckende Nummer. Nach meinem Dafürhalten wenigstens 20.000 Leute und soweit ich das mitbekommen habe, völlig ohne (möglicherweise zu befürchtende) Aversionen. Das war an jedem Fleck der Stadt sehr entspannt. Dass eine Handvoll Meuten per Anordnung nicht erschienen - geschenkt.

Nur von Herrn Schusters "vorbildlichen" Fanmilieus vom käuflichen (Cottaweg)Sport weit und breit nichts zu sehen;-)
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Re: Fußball - National

Beitrag von Kampfhamster »

https://youtu.be/ymAwtqV0RVM?si=hqI0NxJMs9euuvhX

Ab Minute 2:01 sieht man hier auch nochmal die - bereits mehr oder wenige - bekannte Szene zwischen BSG-Rollifahrer und Lokfans. Die wieder mal zeigt, dass das Bild des gemeinen Lokfans, welche gern gesponnen wird, eben nicht immer der Realität entspricht. Chapeau den Beteiligten, auch wenn die Wortwahl etwas „formeller“ hätte sein können. Und wichtig, dass sich nicht alle von den Duplos/Ultras oÄ in Leutzsch beeinflussen lassen!
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Re: Fußball - National

Beitrag von Moppi »

Der Rolli ist mir schon beim letzte Derby bei uns aufgefallen als er ganz ohne Stress über die Prager zum Gästeblock gerollt ist, schön durch unsere Fans durch. Der Typ hat halt auch Eier, Respekt.
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Re: Fußball - National

Beitrag von Zeitzer Lokist »

Einer der wenigen Chemiker dem ich Respekt zolle.
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Re: Fußball - National

Beitrag von lillyput »

Schade eigentlich. In Leutzsch wirst du regelrecht verehrt.
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Re: Fußball - National

Beitrag von Marco Dorn »

Wenn man in Leutzsch verehrt wird, muss im Leben sehr viel falsch gelaufen sein. Insoweit wird der Zeitzer Deinen Versuch einer Art Satire ganz gut verschmerzen.
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Re: Fußball - National

Beitrag von lillyput »

Davon gehe ich aus. Seine Beiträge sind oft Satire.
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Re: Fußball - National

Beitrag von Marco Dorn »

Es bewegt sich was - zumindest gedanklich!

https://www.mdr.de/sport/fussball_1bl/r ... a-100.html
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Re: Fußball - National

Beitrag von Zeitzer Lokist »

Wäre nicht schlecht.
Fände ich auch durchaus nicht uninteressant mal zuzuschauen.
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BRM
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Re: Fußball - National

Beitrag von BRM »

Eine viergleisige RL ohne 2. Mannschaften wäre meine Wunschlösung. Die 2. Mannschaften müssen in Liga 3 und 4 aus dem regulären Spielbetrieb raus, aus mehreren Gründen.

Eine zweigleisige 4. Liga würde die Kosten wegen der sehr langen Wege usw. erheblich erhöhen, dem ständen wahrscheinlich im Schnitt weniger Gästefans gegenüber. Das kann man wohl nur machen, wenn die Vereine Geld vom Fernsehen in relevanter Größenordnung erhalten würden.
„Realität ist das, was nicht verschwindet, wenn man aufhört, daran zu glauben.“ (Philip K. Dick)

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Re: Fußball - National

Beitrag von Gizeh »

Einfach nicht leise genug: Mehr als 1000 Sportler des Leipziger SC bangen um Zukunft

Der Leipziger SC von 1901 muss seinen Trainings- und Spielbetrieb in Schleußig stark einschränken. Eine Familie aus der Nachbarschaft hatte sich immer wieder über die Lautstärke auf dem Gelände beschwert. Wer ist hier im Recht und wie kann es weitergehen?

Leipzig. Die Stimmung beim Leipziger SC ist angespannt. Ob beim Training, in der Kabine oder in Rubis Sportlerklause, auf dem riesigen Gelände an der Pistorisstraße gibt es eigentlich nur noch ein Thema: Lärmbelästigung. Vor rund einem Monat erhielt der Traditionsverein aus Schleußig eine bauaufsichtliche Anordnung der Stadt Leipzig. Sie forderte unter Androhung hoher Geldstrafen unter anderem ein, die „ungenehmigte Nutzung“ des Geländes zu unterlassen. Für den Verein ein Schock und der Beginn einer intensiven Auseinandersetzung mit ihren Rechten und der Frage: Wie laut darf Sport sein? Die Antwort darauf liefert ein Gesetzestext, konkret die Sportanlagenlärmschutzverordnung. Sie gibt vor, zu welchen Zeiten, welche Grenzen eingehalten werden müssen. Und genau diese soll der Verein immer wieder überschritten haben, wie eine vor rund drei Jahren zugezogene Familie aus der Nachbarschaft der Kommune mitgeteilt hat. Nach LVZ-Informationen handelt es sich beim Vorwurf der Nachbarn um ein rund 200 Seiten starkes Dokument, das in den vergangenen drei Jahren zahlreiche Verstöße aufführt. Zudem wurden Bild- und Videoaufnahmen beigefügt. Die Rede ist von Musik und Lärm beim Training, von lauten Fans bei Heimspielen der Fußballabteilung, von störenden Gesprächen in Ruhezeiten oder zugeschlagenen Autotüren.

Erste Konsequenzen ergriff der Verein sofort. Die kleine Tribüne am Rand des Fußballplatzes wurde gesperrt, dämpfendes Material auf die Banden der Hockeytore montiert. Außerdem wurden alle Mitglieder an Nutzungs- und Ruhezeiten erinnert und Fans gebeten, für den Moment keine Heimspiele mehr zu besuchen, oder sich zumindest ruhig zu verhalten. Die längst geltende Regel, dass ohne Musik trainiert wird, wurde noch einmal untermauert und auch das Gespräch mit Rubis Sportlerklause gesucht. Doch wie weiter? Einer, der sich beim LSC intensiv mit den Vorwürfen auseinandergesetzt hat, ist Matthias Sieber. Der amtierende Schatzmeister sagt heute: „Ich hätte es schön gefunden, wenn die Nachbarn zunächst das Gespräch mit dem Vorstand gesucht hätten. Leider haben sie daran weiterhin kein Interesse und haben ein Treffen abgelehnt.“ Gerne hätte er für mehr Verständnis geworben. Natürlich nicht für schallende Musik oder laute Gespräche zu später Stunde, sondern um Verständnis für den Sport. Denn selbst diesen muss der LSC nun massiv einschränken, sowohl den Trainings- als auch den Spielbetrieb. Warum? Weil die Prüfung der vielen Vorwürfe inklusive eines aufwändigen Gutachtens ergeben haben, dass der Verein tatsächlich im Sinne der geltenden Regelwerke manche Grenzwerte reißt. Kurzum: Der LSC ist zu laut, selbst wenn er schlichtweg trainiert.

Wer sich die Emissionswerte genauer anschaut, sieht schnell, dass die Formulierung nicht ganz richtig ist. Eigentlich müsste es heißen: Der LSC ist nicht leise genug. Denn die vorgeschriebenen 50 Dezibel in Ruhezeiten entsprechen etwa dem Brummen eines Kühlschranks oder Regentropfen auf dem Fensterbrett, erst bei 60 Dezibel ist eine normale Gesprächslautstärke erreicht. Doch lediglich 50 dB dürfen die Fenster der Nachbarn von außen erreichen. Tagsüber dürfen es nur 55 dB sein. Auf der LSC-Anlage, wo seit den 1920er-Jahren Sport getrieben wird, befinden sich 13 Tennisplätze, Rasen- sowie Kunstrasenfelder für Fußball und Hockey. Wenn an mehreren dieser Orte gleichzeitig trainiert wird, entsteht zusammen eine Geräuschkulisse, die diese erlaubten Emissionswerte übersteigt. Das bedeutet: Nach 20 Uhr an Werktagen wird der LSC sein Training massiv einschränken müssen. Und mindestens genauso problematisch: Der Spielbetrieb von unzähligen Mannschaften aus den drei Sparten des Clubs müsste am Wochenende eigentlich um die Ruhezeit von 13 bis 15 Uhr herum gestaltet werden. Sieber bringt es auf den Punkt: „Das wird nicht möglich sein.“

Das Gesetz sieht vor, dass ein Sportverein am Wochenende durchaus auch mal lauter werden darf. Allerdings nur für eine begrenzte Anzahl an Stunden. Die kann durch die schiere Anzahl an Mannschaften, die sich über die beiden Tage verteilen müssen, nicht eingehalten werden. Ausnahmegenehmigungen für längere Zeiträume gibt es durchaus. Allerdings kann der Verein diese nicht für derart viele Wochenenden erhalten, wie er sie benötigen würde. Und nun? Eine Möglichkeit wäre eine Verlegung von Heimspielen an andere Orte. So muss es zum Beispiel die Handballabteilung der SG LVB seit der vergangenen Saison machen. Weil die Spiele ihrer Männer und älteren Teenager zahlreiche Zuschauerinnen und Zuschauer in den Neubau in der Telemannstraße gelockt haben, wurde es durch Jubel, Klatschen und Gespräche vor dem Gebäude zu laut für die Nachbarn. Immer wieder wendeten sie sich an den Verein, letztlich wurde mit Hilfe der Kommune eine Lösung gefunden. Solche Heimspiele finden seither in der Halle der Sportoberschule statt, nur die leisere Jugend verbleibt in der Telemannstraße.

Für den über 1000 Mitglieder starken LSC ist das keine Option. Es sind zu viele Spiele und ungenutzte Ausweichstätten in Leipzig eine Rarität. Eine Lösung gibt es noch nicht – muss es im Winter auch noch nicht. Statt 13 können derzeit nur drei Tennisplätze in einer Traglufthalle genutzt werden, die Hockeyteams sind ebenfalls in die Halle gewechselt, verteilen sich auf mehrere Standorte in der Messestadt. Nur die Fußballer verbleiben auf dem Grün, können ihre späten Einheiten auf dem weiter hinter gelegenen Kunstrasen absolvieren. Doch wenn der Frühling kommt, droht die Katastrophe. Sieber sagt: „Eine einvernehmliche Lösung des Konflikts ist nach derzeitiger Gesetzeslage und fehlendem Willen zum Konsens nur schwer möglich.“ Der Verein fürchtet, dass zahlreiche Mitglieder sich neue Vereine suchen könnten, wenn Training- und Spielbetrieb so stark eingeschränkt werden müssen, wie derzeit befürchtet.

Für Sieber ist die rechtliche Situation klar. Er weiß um die Emissionswerte in Wohngebieten, weiß auch, dass die Nachbarn im Recht sind. Verstehen kann er es allerdings nicht. Sieber sagt: „Die Kinder- und Jugendarbeit im Verein ist für die Gesellschaft wichtig. Der Sport trägt zum Gemeinwohl und zum Leben in dieser Stadt bei.“ Wenn die Gesetzeslage die Nutzung der Anlage für ihren eigentlichen Zweck nicht ermögliche, müsse das Gesetz geändert werden. „Dieser Sportplatz existiert seit 100 Jahren und der LSC ist ein gemeinnütziger Verein. Das darf nicht durch die Wünsche Einzelner verloren gehen“, so Sieber. Der Verein hoffe auf eine Lösung, die sowohl berechtigte Ruhebedürfnisse als auch das Recht auf Sport und Bewegung – insbesondere für Kinder und Jugendliche – angemessen berücksichtigt. Diese Geschichte wird in den kommenden Wochen und Monaten wohl weitere Kapitel hinzubekommen.

Quelle ---> https://www.lvz.de/sport/regional/laerm ... OGHHQ.html

:uhhh
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Re: Fußball - National

Beitrag von Pole »

gustav
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Re: Fußball - National

Beitrag von gustav »

Gizeh hat geschrieben: Di 2. Dez 2025, 05:50 Einfach nicht leise genug: Mehr als 1000 Sportler des Leipziger SC bangen um Zukunft

Der Leipziger SC von 1901 muss seinen Trainings- und Spielbetrieb in Schleußig stark einschränken. Eine Familie aus der Nachbarschaft hatte sich immer wieder über die Lautstärke auf dem Gelände beschwert. Wer ist hier im Recht und wie kann es weitergehen?

Leipzig. Die Stimmung beim Leipziger SC ist angespannt. Ob beim Training, in der Kabine oder in Rubis Sportlerklause, auf dem riesigen Gelände an der Pistorisstraße gibt es eigentlich nur noch ein Thema: Lärmbelästigung. Vor rund einem Monat erhielt der Traditionsverein aus Schleußig eine bauaufsichtliche Anordnung der Stadt Leipzig. Sie forderte unter Androhung hoher Geldstrafen unter anderem ein, die „ungenehmigte Nutzung“ des Geländes zu unterlassen. Für den Verein ein Schock und der Beginn einer intensiven Auseinandersetzung mit ihren Rechten und der Frage: Wie laut darf Sport sein? Die Antwort darauf liefert ein Gesetzestext, konkret die Sportanlagenlärmschutzverordnung. Sie gibt vor, zu welchen Zeiten, welche Grenzen eingehalten werden müssen. Und genau diese soll der Verein immer wieder überschritten haben, wie eine vor rund drei Jahren zugezogene Familie aus der Nachbarschaft der Kommune mitgeteilt hat. Nach LVZ-Informationen handelt es sich beim Vorwurf der Nachbarn um ein rund 200 Seiten starkes Dokument, das in den vergangenen drei Jahren zahlreiche Verstöße aufführt. Zudem wurden Bild- und Videoaufnahmen beigefügt. Die Rede ist von Musik und Lärm beim Training, von lauten Fans bei Heimspielen der Fußballabteilung, von störenden Gesprächen in Ruhezeiten oder zugeschlagenen Autotüren.

Erste Konsequenzen ergriff der Verein sofort. Die kleine Tribüne am Rand des Fußballplatzes wurde gesperrt, dämpfendes Material auf die Banden der Hockeytore montiert. Außerdem wurden alle Mitglieder an Nutzungs- und Ruhezeiten erinnert und Fans gebeten, für den Moment keine Heimspiele mehr zu besuchen, oder sich zumindest ruhig zu verhalten. Die längst geltende Regel, dass ohne Musik trainiert wird, wurde noch einmal untermauert und auch das Gespräch mit Rubis Sportlerklause gesucht. Doch wie weiter? Einer, der sich beim LSC intensiv mit den Vorwürfen auseinandergesetzt hat, ist Matthias Sieber. Der amtierende Schatzmeister sagt heute: „Ich hätte es schön gefunden, wenn die Nachbarn zunächst das Gespräch mit dem Vorstand gesucht hätten. Leider haben sie daran weiterhin kein Interesse und haben ein Treffen abgelehnt.“ Gerne hätte er für mehr Verständnis geworben. Natürlich nicht für schallende Musik oder laute Gespräche zu später Stunde, sondern um Verständnis für den Sport. Denn selbst diesen muss der LSC nun massiv einschränken, sowohl den Trainings- als auch den Spielbetrieb. Warum? Weil die Prüfung der vielen Vorwürfe inklusive eines aufwändigen Gutachtens ergeben haben, dass der Verein tatsächlich im Sinne der geltenden Regelwerke manche Grenzwerte reißt. Kurzum: Der LSC ist zu laut, selbst wenn er schlichtweg trainiert.

Wer sich die Emissionswerte genauer anschaut, sieht schnell, dass die Formulierung nicht ganz richtig ist. Eigentlich müsste es heißen: Der LSC ist nicht leise genug. Denn die vorgeschriebenen 50 Dezibel in Ruhezeiten entsprechen etwa dem Brummen eines Kühlschranks oder Regentropfen auf dem Fensterbrett, erst bei 60 Dezibel ist eine normale Gesprächslautstärke erreicht. Doch lediglich 50 dB dürfen die Fenster der Nachbarn von außen erreichen. Tagsüber dürfen es nur 55 dB sein. Auf der LSC-Anlage, wo seit den 1920er-Jahren Sport getrieben wird, befinden sich 13 Tennisplätze, Rasen- sowie Kunstrasenfelder für Fußball und Hockey. Wenn an mehreren dieser Orte gleichzeitig trainiert wird, entsteht zusammen eine Geräuschkulisse, die diese erlaubten Emissionswerte übersteigt. Das bedeutet: Nach 20 Uhr an Werktagen wird der LSC sein Training massiv einschränken müssen. Und mindestens genauso problematisch: Der Spielbetrieb von unzähligen Mannschaften aus den drei Sparten des Clubs müsste am Wochenende eigentlich um die Ruhezeit von 13 bis 15 Uhr herum gestaltet werden. Sieber bringt es auf den Punkt: „Das wird nicht möglich sein.“

Das Gesetz sieht vor, dass ein Sportverein am Wochenende durchaus auch mal lauter werden darf. Allerdings nur für eine begrenzte Anzahl an Stunden. Die kann durch die schiere Anzahl an Mannschaften, die sich über die beiden Tage verteilen müssen, nicht eingehalten werden. Ausnahmegenehmigungen für längere Zeiträume gibt es durchaus. Allerdings kann der Verein diese nicht für derart viele Wochenenden erhalten, wie er sie benötigen würde. Und nun? Eine Möglichkeit wäre eine Verlegung von Heimspielen an andere Orte. So muss es zum Beispiel die Handballabteilung der SG LVB seit der vergangenen Saison machen. Weil die Spiele ihrer Männer und älteren Teenager zahlreiche Zuschauerinnen und Zuschauer in den Neubau in der Telemannstraße gelockt haben, wurde es durch Jubel, Klatschen und Gespräche vor dem Gebäude zu laut für die Nachbarn. Immer wieder wendeten sie sich an den Verein, letztlich wurde mit Hilfe der Kommune eine Lösung gefunden. Solche Heimspiele finden seither in der Halle der Sportoberschule statt, nur die leisere Jugend verbleibt in der Telemannstraße.

Für den über 1000 Mitglieder starken LSC ist das keine Option. Es sind zu viele Spiele und ungenutzte Ausweichstätten in Leipzig eine Rarität. Eine Lösung gibt es noch nicht – muss es im Winter auch noch nicht. Statt 13 können derzeit nur drei Tennisplätze in einer Traglufthalle genutzt werden, die Hockeyteams sind ebenfalls in die Halle gewechselt, verteilen sich auf mehrere Standorte in der Messestadt. Nur die Fußballer verbleiben auf dem Grün, können ihre späten Einheiten auf dem weiter hinter gelegenen Kunstrasen absolvieren. Doch wenn der Frühling kommt, droht die Katastrophe. Sieber sagt: „Eine einvernehmliche Lösung des Konflikts ist nach derzeitiger Gesetzeslage und fehlendem Willen zum Konsens nur schwer möglich.“ Der Verein fürchtet, dass zahlreiche Mitglieder sich neue Vereine suchen könnten, wenn Training- und Spielbetrieb so stark eingeschränkt werden müssen, wie derzeit befürchtet.

Für Sieber ist die rechtliche Situation klar. Er weiß um die Emissionswerte in Wohngebieten, weiß auch, dass die Nachbarn im Recht sind. Verstehen kann er es allerdings nicht. Sieber sagt: „Die Kinder- und Jugendarbeit im Verein ist für die Gesellschaft wichtig. Der Sport trägt zum Gemeinwohl und zum Leben in dieser Stadt bei.“ Wenn die Gesetzeslage die Nutzung der Anlage für ihren eigentlichen Zweck nicht ermögliche, müsse das Gesetz geändert werden. „Dieser Sportplatz existiert seit 100 Jahren und der LSC ist ein gemeinnütziger Verein. Das darf nicht durch die Wünsche Einzelner verloren gehen“, so Sieber. Der Verein hoffe auf eine Lösung, die sowohl berechtigte Ruhebedürfnisse als auch das Recht auf Sport und Bewegung – insbesondere für Kinder und Jugendliche – angemessen berücksichtigt. Diese Geschichte wird in den kommenden Wochen und Monaten wohl weitere Kapitel hinzubekommen.

Quelle ---> https://www.lvz.de/sport/regional/laerm ... OGHHQ.html

:uhhh
Die Interessen eines 1000-köpfigen, 100 Jahre agierenden Sportvereins vs. denen EINER Familie, die noch nicht einmal zu Gesprächen bereit ist.
Darf ich das als krank empfinden?
Leipzig atmet auf: Der Rasenball wirft hin!
Die Pläne für den neuen Filial-Standort Wladiwostok werden konkret...
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Re: Fußball - National

Beitrag von BRM »

Ja, das darfst du, uneingeschränkt.

Das ist ein Musterbeispiel dafür, woran unsere Gesellschaft wirklich im Kern krankt: stetig abnehmende soziale Kompetenz, nur ich, ich, ich, kein Interesse und wohl auch zunehmend keine Fähigkeit mehr, einen Ausgleich bei Interessenkonflikten zu finden, bei dem sich beide Seiten wiederfinden und bei dem das Eigeninteresse nicht der einzige Maßstab ist.

Die Ablehnung der Kläger zu einem Gespräch mit den Verein sagt doch eigentlich alles ...

Jeder kennt seine Rechte und die Pflichten der anderen ganz genau, andersrum wird es zunehmend dünner ...

Es ist ein Jammer, aber genau das destabilisiert unsere Gesellschaft mehr als jedes andere Problem, seien es äußere Bedrohung, Steuer- und Verteilungsgerechtigkeit, Zuwanderung ...

Vor einigen Jahren wurde mal bis zum BGH durchgeklagt, was Anwohner im Zusammenhang mit Kindern zu ertragen haben. Vielleicht sollte das auch mal ein Sportverein tun, die Kinder und deren Eltern hatten seinerzeit weitgehend Recht bekommen.
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Re: Fußball - National

Beitrag von Seit 1984 »

Wer dort vor drei Jahren hingezogen ist, vielleicht sogar per Kauf Wohnung/ Grundstück erworben hat...da ist es nicht unwahrscheinlich, dass es sich um reiche Spießer handelt. Grundsätzlich frage ich mich bei sowas, auch wenn die Ecke dort als ruhig gilt, warum solche Leute nicht einfach aufs Dorf ziehen. Da findet man vielleicht die Ruhe, welche man gesucht hat. Ein Sportgelände mit Menschen die es nutzen, wer hätte das erwartet. :confuse
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